Abfindung bei Kündigung

Kein genereller Anspruch auf Zahlung einer Abfindung

Entgegen den Vorstellungen vieler Arbeitnehmer gibt es bei einer Kündigung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses keinen generellen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung.

Abfindungen werden von vielen Arbeitgebern aber trotzdem aus unterschiedlichen Erwägungen gezahlt. Die Höhe der Abfindung ist in der Regel Verhandlungssache zwischen den Parteien.

Die Zahlung einer Abfindung im Zusammenhang mit einer Kündigung ist nach deutschem Recht nur in wenigen und seltenen Ausnahmefällen gesetzlich vorgesehen (§§ 1a, 9, 10 Kündi­gungs­schutz­ge­setz).

Ein Abfindungsanspruch nach § 1a Kündigungsschutzgesetz setzt voraus, dass der Ar­beit­ge­ber mit der Kündigung das Angebot unterbreitet, an den Arbeitnehmer eine Abfindung zu zah­len, wenn der Arbeitnehmer nicht gegen die Kündigung Klage vor dem Arbeitsgericht erhebt.

Die Höhe des gesetzlichen Ab­fin­dungs­an­spruchs aus § 1 a Kündigungsschutzgesetz beträgt 1/2 Monatsverdienst für das  bis­he­ri­ge Bestehen des Arbeitsverhältnisses.

Die §§ 9, 10 Kündigungsschutzgesetz sehen für Ausnahmefälle die Festsetzung einer Ab­fin­dung durch das Gericht auf Antrag einer Partei vor, wenn die Kündigung zwar unwirksam ist, aus sonstigen Gründen aber die Auflösung des Arbeitsverhältnisses geboten ist. Die Ab­fin­dung kann hierbei bis zu 12 Monatsverdiensten betragen, bei älteren Arbeitnehmern bis zu 15 bzw. 18 Mo­nats­ver­diens­ten.